Die Geschichte der Menschheit in 5 Phasen

Die Geschichte der Menschheit in 5 Phasen

Während du diesen Text auf deinem Smartphone oder Tabletcomputer liest, fährst du vielleicht gerade mit der Bahn oder liegst entspannt auf der Couch in deinem Wohnzimmer. Fest steht, dass dein Leben nur noch sehr wenig mit der Realität unserer frühen Vorfahren zu tun hat. Deren Alltag bestand in erster Linie aus Sammeln, Jagen und Wandern. 

Es ist ein weiter Weg von den ersten Menschen, welche die Steppen auf der Suche nach Essbarem durchstreiften hin zu unserer modernen Gesellschaft. Was nun genau passiert ist, lässt sich wohl unmöglich in einem Blogbeitrag behandeln. 

Dieser Blogbeitrag beschreibt die wichtigsten Meilensteine der Menschheit und zeichnet den Weg der Menschheit von ihrem Beginn bis in die Moderne nach.

Der Siegeszug des Homo sapiens

Die ersten Vertreter der Menschheit lebten vor etwa 2,5 Millionen Jahren im Osten von Afrika. Sie entwickelten sich aus der Gattung Australopithecus, einer großen Art von Affen mit aufrechtem Gang. Arten wie der Homo rudolfensis und der Homo erectus begannen Afrika in Richtung Europa zu verlassen und breiteten sich dort aus. 

Bereits hier zeigte sich die Anpassungsfähigkeit der frühen Menschen: Das kältere Klima in Europa zwang den Homo erectus als erste Spezies überhaupt den Umgang mit Feuer zu erlernen. In der kommenden Zeit entwickelten sich in Europa dann neue Spezies wie der Neandertaler. Von Europa aus verbreitete sich der Neandertaler dann nach Asien.

Der Homo sapiens entwickelte sich vor etwa 300.000 Jahren. An ihm war auf den ersten Blick nichts, was seinen späteren Siegeszug rechtfertigen würde. Wie andere Spezies auch ging er aufrecht, benutzte Werkzeuge und hatte ein großes Hirn. Zum Vergleich: Die Neandertaler machten Jagd auf große Tiere und benutzen Feuer bevor es den Homo sapiens überhaupt gab. 

Warum also war es ausgerechnet unsere Spezies, welche alle anderen Gattungen verdrängte und zum Herrscher über den Planeten wurde? Der Homo sapiens ist seit ungefähr 12.000 Jahren die einzige Menschengattung auf unserem Planeten.

Es gibt dazu zwei unterschiedliche Theorien:

Bei der Kreuzungstheorie geht man davon aus, dass sich die verschiedenen Menschenarten nach und nach vermischten und die Unterschiede nach und nach ineinander aufgelöst wurden. Das es zu einer Vermischung gekommen ist gilt als erwiesen. Europäische Menschen haben in ihrer DNA etwa 1-4 Prozent Neandertaler-DNA.

Folgt man der Verdrängungstheorie so nahm der Homo sapiens den anderen Gattungen nach und nach den Lebensraum und damit die Nahrungsgrundlage. Es ist auch möglich, dass der Homo sapiens aggressiver als andere Arten auftrat und seine Konkurrenten nach und nach tötete.

Die Verdrängungstheorie geht also davon aus, dass unsere Spezies gegenüber den anderen Hominiden einen kleinen aber feinen Vorteil hatte. Doch worin genau bestand dieser Vorteil nun?

 

Die kognitive Revolution

Vor ungefähr 70.000 Jahren machte das Gehirn der Menschen einen gewaltigen Satz nach vorne. Dieses Phänomen wird heute als die kognitive Revolution oder kognitive Wende benannt. Betrachtet man nämlich die gesamte Entwicklung der Menschheit so ist dieses Zeitfenster wirklich nur ein sehr kurzer Augenblick. Weltgeschichtlich betrachtet wurde unsere Spezies also plötzlich intelligent.

Durch diese kognitiven Fähigkeiten standen dem Homo sapiens also Möglichkeiten offen, welche die anderen Spezies nicht oder nur teilweise hatten. Beispielsweise konnten größere und komplexere Gruppen gebildet und Werkzeuge und Techniken erweitert werden. 

Ungefähr in diese Zeit fällt auch die Bildung der ersten Handelswege. Der Handel mit Ressourcen ermöglichte dem Homo sapiens die Erschliessung von Gebieten welche eigentlich aufgrund der Nahrungsvorkommen außer Reichweite waren. Amerika, Asien und sogar Australien waren bald fest in der Hand des Homo sapiens. 

Wo auch immer unsere Vorfahren hinkamen brachten sie ihre Fähigkeiten und Werkzeuge mit. Und sie begannen schon damals Tierarten komplett auszurotten.

Die Entstehung von Kultur

Viele würden auf die Frage „Was macht uns Menschen denn eigentlich so besonders?“ antworten, dass es unsere Fähigkeit zur Sprache ist. Damit liegen sie nicht gänzlich verkehrt, denn die Entwicklung der menschlichen Sprache war einer der wichtigsten Faktoren bei der Eroberung des Planeten. 

Menschen sind soziale Tiere und brauchen größere Gruppen um zu überleben. Zur Kommunikation mit anderen Mitgliedern der Gruppe benötigen wir also Sprache als Werkzeug. Für unsere Vorfahren bot das große Vorteile. Sie konnten dem Rest ihrer Gruppe zum Beispiel erzählen, dass sie eine besonders vielversprechenden Platz für die Suche nach Nahrung gefunden hatten und wo gefährliche Tiere zu erwarten waren. 

Neben diesem offensichtlichen Vorteil ermöglicht Sprache jedoch auch abstraktere Thematiken, wie Götter, Geschichten und Konstrukte wie Gerechtigkeit zu sprechen. Yuval Noah Harari nennt diese gemeinsame Mythen. Zu diesen gehören auch Religion und Identität und sie bilden das Fundament für die menschliche Kultur. Diese verbindenden Vorstellungen und Überzeugungen erlaubten es unseren Vorfahren sich zu größeren Gesellschaften zusammen zu schliessen.

Erst durch die Sprache konnten Gruppierungen von über 150 Homo sapiens zusammen leben. Ohne Sprache wäre es nicht möglich gewesen den Zusammenhalt von größeren Gruppen zu gewährleisten und auch die Bildung von Siedlungen oder Städten hätte nicht statt gefunden.

 

Die Landwirtschaftliche Revolution

Durch die landwirtschaftliche Revolution wurde ein großes Bevölkerungswachstum ermöglicht.

Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte lebte unsere Spezies als Nomaden. Unsere Vorfahren zogen über das Land und erbeuteten das, was ihnen die Natur zur Verfügung stellte. Sie wanderten also dorthin, wo das Nahrungsangebot groß war und es wenig Konkurrenz von anderen Gruppen gab. 

Vor ca. 12.000 Jahren änderte sich dieses Verhalten als die Menschen begannen langsam sesshaft zu werden. Anders als es der Ausdruck »Revolution« beschreibt, war diese Entwicklung kein plötzlicher Umschwung. Einige Menschen begannen allmählich damit Nutzpflanzen an einer bestimmten Stelle anzubauen und im darauf folgenden Jahr wieder zu kommen um es zu ernten. Diese Strategie war erfolgreich und die Menschen verbrachten eine zunehmend längere Zeit an einem Ort. Die Gesellschaften wurden nach und nach abhängiger von den angebauten Produkten.

Interessant ist dabei, dass die damals vorhandenen Getreidesorten nur schwer verdaulich waren und wesentlich weniger Nährstoffe als heutige Sorten enthielten. Im Vergleich mit den Nomadentum war die Landwirtschaft jedoch effizienter denn auf einem kleinen Stück Land kann ein Landwirt wesentlich mehr Nahrung anbauen als er und seine Familie alleine verzehren können. Mit einem Mal war mehr Nahrung vorhanden als die Menschen verzehren konnten. 

Schrift und Geld

Schrift und Geld war für die Organisation von größeren Gruppen enorm wichtig.

Die Landwirtschaft änderte das Leben unserer Vorfahren nachhaltig. Die Menschen hatten neben der Beschaffung von Nahrung auch Zeit sich um andere Dinge zu kümmern. In der Folge spezialisierten sich die Menschen und stellten Dinge her welche von anderen benötigt wurden. Um ihre Familien zu ernähren tauschten sie ihre Produkte dann gegen Nahrung ein. Dieses System bei dem Gegenstände eingetauscht werden ist auch als Tauschsystem bekannt.

Sehr bald schon kam dieses Tauschsystem jedoch an seine Grenzen: Wenn nun ein Schmied Getreide wollte aber keinen Bauern fand, der eines seiner Produkte im Gegenzug eintauschen wollte, dann hatte er das Nachsehen.

Mit der Erfindung der Schrift und des Geldes wurden gleich mehrere Probleme der immer komplexer werdenden Gesellschaften gelöst.

Die Sumerer in Mesopatamien waren die Ersten, die Schrift und Geld benutzten. Die Proto-Keilschrift, welche im Jahr 3300 v. Chr. aufkam, gilt deshalb als erste Schrift der Menschheit. Die Sumerer waren es auch, welche nachweislich eine eigene Währung hatten. Bei ihnen galt Gerste als Zahlungsmittel für Waren jeglicher Art. 

Geld, Reiche und Religion

Obwohl die Einführung von Schrift und Geld den Handel mit Waren enorm vereinfachten war es nötig, dass jemand über die Einhaltung von Regeln und Strukturen wachte. Hier erwiesen sich streng hierarchische Systeme mit einem alleinigen Herrscher an der Spitze als überaus erfolgreich und wurden von Gesellschaften in allen Teilen der Welt eingesetzt. 

Aus heutiger Sicht mögen die damaligen Herrschaftssysteme ungerecht und tyrannisch wirken. Den Menschen in der damaligen Zeit boten sie jedoch ungekannte Sicherheiten und Strukturen durch die Einhaltung von Gesetzen. 

Im sumerischen Codex Ur-Nammu zum Beispiel sind unter anderem Urteile bezüglich Mord, Vergewaltigung, Diebstahl, Ehebruch und Scheidung schriftlich fixiert. Die Abschriften waren an Tempeln und anderen öffentlichen Plätzen aufgestellt und jeder im Reich, ob nun ansässig oder auf der Durchreise, kannte die Regeln. 

Um Gesetze durchsetzen zu können war es für frühere Herrscher notwendig ihre Macht zu legitimieren. In vielen Fällen taten sie das (überaus erfolgreich) durch die Religion. So behauptete man als Herrscher einfach, dass man von einer göttlichen Macht auserwählt worden sei, über die Einhaltung der Gesetze zu wachen. 

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