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Wein - Trunk der Götter

Wein – Der Trunk der Götter

Wein – Der Trunk der Götter

Wein als europäisches Kulturgut

‚Das Blut der Erde‘, wie es Udo Jürgens in seinem Lied Griechischer Wein besingt, wird vom Menschen seit vielen Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung angebaut und ist bei den verschiedensten Kulten ein wichtiger Bestandteil der Zeremonien und Rituale gewesen. Es gibt wohl nicht eine einzige Pflanze, welche in einem noch engeren Zusammenhang mit der westlichen Kultur steht, als der Weinstock und sein alkoholisches Produkt. Das Christentum beispielsweise betrachtet noch heute den Wein als das Blut Jesus Christus‘ und reicht ihn bei jedem Abendmahl den Gläubigen. Bei den alten Griechen war Dionysos der Gott des Weines und die Anhänger seines Kultes feierten ausgelassene Orgien unter dem Einfluss des Rebensaftes. Ebenso wie bei Jesus liegt auch hier die Einsicht zu Grunde, dass der Konsument von Wein zu anderen Einsichten gelangen wird, als der Nüchterne. Wein ist ein Trunk der Götter und auch die Weinrebe selbst galt als geheiligt. Über die Frage jedoch, welche Kultur die Erfindung des Weinanbaus und die Zähmung für sich selbst beanspruchen kann lässt sich keinerlei Auskunft geben. Dabei ist die  Weinsorte Vitis Venifera die einzige Weinpflanze, welche sich vom Menschen zähmen und für die Kelterung gebrauchen lässt.

Jahrhundertelang konnte sich der Weinbau von seinem Ursprungsgebiet ungehindert ausbreiten bis im 19ten Jahrhundert  eine durch aus Amerika eingeschleppte Krankheitserreger (Reblaus) eine große Krise erfolgte, welche lediglich durch den Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln eingedämmt werden konnte. Seit dieser Zeit befindet sich die Wissenschaft in einem ständigen Kampf mit den Schädlingen, welche den Fortbestand der Pflanze gefährden. Doch dieser Einsatz führt auch dazu, dass die Wurzeln der Pflanze das Gift in sich aufnehmen und in den Trauben lagern. Der Mensch nimmst also die Giftstoffe wieder selbst über den Genuß des Weines auf. Das deutsche Weininstitut ist eine von mehreren Institutionen, welche in Deutschland zur Förderung und Sicherung der Weinqualität gegründet wurden.

Interessant ist die Frage inwieweit sich der Wein über die Grenzen der westlichen Welt ausgebreitet hat und heute Bestandteil von anderen Religionen geworden ist und wie er diese vielleicht verändert hat. Alkoholhaltige Getränke sind in den meisten Kulturen der Welt bekannt, jedoch haben alle ihre eigene Wirkungsweise.

Literatur:

Kircher, Karl (1970/1910): Die sakrale Bedeutung des Weines im Altertum. Berlin: Walter de Gruyter & Co.04

Cyberanthropologie

Cyberanthropologie

Die Cyberethnologie ist eine jüngere Subdisziplin der Allgemeinen Anthropologie und hat die Erforschung sowie die wissenschaftliche Beschreibung (Ethnografie) der Lebenswelten und Verhaltensweisen von modernen Internetkulturen, virtuellen Netzwerken und Communities zur Aufgabe.

Zeitliche Einteilung
Mit der Entwicklung des Internets zum Web 2.0 entstehen zu Beginn des 21ten Jahrhunderts zahlreiche Communitys, welche die unterschiedlichsten Zielsetzungen haben. Foren mit jeglichem Thema wachsen durch den Anstieg der Menschen, welche einen regelmäßigen Zugriff auf einen Computer besitzen zu einer wahren Konstante im World Wide Web heran. Mitglieder suchen nach Rat und geben ihr eigenes Wissen an Ihnen zunächst doch Fremde weiter. Alleine das spezifische Thema im Board eint die Mitglieder untereinander.

Dazu können auf der einen Seite Foren und Plattformen wie Youtube und Facebook gehören. Andererseits bietet das World Wide Web aber auch die Möglichkeit zum Einstieg in komplett andere, rein virtuelle Welten. Eine virtuelle Welt ist zum Beispiel World of Warcraft (WoW) oder Second Life. Diese Welten können mitunter auch einen Platz für die sakrale Ausübung von Religion und Glaube bieten. So ist bekannt, dass die Bewohner von virtuellen Welten untereinander eigene Rituale erfinden und praktizieren, welche sich von der realen Welt manchmal unterscheiden oder aus ihr übernommen worden sind. Interessant ist dieses auch, da sich die Spieler meistens aus verschiedenen Kulturen zusammensetzen und somit eine Vermischung von Praktiken stattfindet.

Literatur:

Figl, Johann (2003): Handbuch Religionswissenschaft: Religionen und ihre zentralen Themen. Innsbruck: Tyrolia/Vandenhoeck & Ruprecht. S. 265.

Gajjala, Radhika (2004): Cyber selves: feminist ethnographies of South Asian women. Oxford: AltaMira press.