Sinn-puprose

Die Kommerzialisierung unserer Gefühle

Die Kommerzialisierung unserer Gefühle

Im Kapitalismus des 21ten Jahrhunderts werden Gefühle instrumentalisiert und kommerzialisiert. Wenn die Werbeindustrie unser Streben nach Glück lenkt und manipuliert – welche Gefühle sind dann noch echt und welche wurden uns bloß eingetrichtert?

Folgt man den Worten der Werbemacher, so sollte unsere Gesellschaft die glücklichste aller Zeiten sein. Wirklich alles, was wir mit unserem Geld kaufen können, soll uns glücklich machen. So kannst du mit der heißen Schokolade von McCafé glücklich in den Tag starten, auf Deezer die perfekte Playlist für den Weg zur Arbeit zusammenstellen oder mit den Ratgebern aus dem Bücherregal von Thalia endlich deine wahre Bestimmung entdecken.

Geld entscheidet also darüber ob wir unsere wahre Liebe auf Elitepartner oder Tinder finden oder ein unvergessliches Abenteuer in Herzen von Asien erleben können. Alle Werbestrategien sprechen unsere Emotionen an und geben uns das Gefühl, dass Glück letztendlich eine käufliche Ware ist. Glück ist im Zeitalter des Online Shoppings demnach nur einen Klick entfernt. Wer

Wie Gefühle zur Ware wurden

Der Slogan »Kauf dich glücklich« kann als die Quintessenz des modernen Kapitalismus angesehen werden. Ob Smartwatch, Flachbildfernseher, Abenteuerurlaub, Quinoa-Schnitzel oder Yoga-Weekend – alle Produkte versprechen uns glücklich machen. 

Doch wie kam es eigentlich dazu, dass unsere Emotionen so untrennbar mit Konsum verknüpft sind? Der Soziologin Eva Illouz zufolge, hat der Kapitalismus in den letzten Jahrzehnten eine intensive emotionale Kultur ausgebildet, welche sich in alle Bereiche des Lebens erstreckt. Ob am Arbeitsplatz, in der Familie oder anderen sozialen Beziehungen – unsere Gefühle werden dem ökonomischen Diktat unterworfen und unser Gefühlsleben von der Industrie reguliert.

Eine mögliche Erklärung für die Vermischung von Emotionen und Konsum liegt in der Rationalisierung des Arbeitslebens. Die Ökonomisierung unserer Gefühle begann demnach also im Zeitalter der Industrialisierung. 

Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte lebten Menschen in Familienverbänden oder Stämmen. Die Familie war also eine wirtschaftliche und zugleich emotionale Einheit in der man zusammen arbeitete und auch seine Zeit neben der Arbeit verbrachte.

Diese Realität wurde durch die Industrialisierung im 19ten Jahrhundert praktisch schlagartig verändert. Durch die eng getaktete Arbeit in den Fabriken wurde eine stärkere Trennung zwischen privatem Leben und Arbeitsleben eingeführt. Glück beschränkte sich für die neue Schicht der Fabrikarbeiter auf die eigenen vier Wände während das ökonomische Kapital dafür in der Welt der Arbeit verdient wurde.

Von der gerade aufkommenden Werbeindustrie, welche maßgeblich durch die Theorien Sigmund Freuds beeinflusst war, wurde dieses Bild aufgegriffen und befeuert. Diese Philosophie ist bis heute vorhanden und lässt sich mit „Du arbeitest, um zu leben“ umschreiben. Jemand, der arbeitet, hat es durch seine harte Arbeit verdient es sich nach der Arbeit gut gehen zu lassen. Das Streben nach persönlichem Glück und Zufriedenheit wurde so immer enger mit materiellen Idealen verknüpft.

Bereits in den 1920er Jahren wurden Produkte so entworfen, dass die auf die Emotionen des Konsumenten zielten. Es ging also nicht darum, Produkte zu erschaffen, welche die Grundbedürfnisse des Konsumenten bedienten, sondern Waren herzustellen, die das Seelenleben des Käufers beeinflussten.

Wie wird Konsum emotionalisiert?

Die emotionale Kompenente des Konsums setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: Die erste Säule thematisiert die Befreiung des (vermeintlich) gefangenen Ichs. Viele Marken suggerieren, dass du mit ihren Produkten zu deinem »wahren Ich« finden kannst. Der Druck der Arbeitswelt und Leistungsgesellschaft hält dich also davon ab wirklich du selbst zu sein und du musst Produkte in Anspruch nehmen, die dir angeblich helfen herauszufinden worauf es in deinem Leben wirklich ankommt. 

Auch Angebote wie Selbsthilfekurse, Yoga-Klassen, Ratgeber, Coachings, Seminare und Psychologen widmen sich dem Konzept der emotionalen Gesundheit und sollen uns helfen unsere Emotionen wieder zurück ins Gleichgewicht zu bekommen.

Die zweite Ebene thematisiert, dass wir unsere sozialen Bindungen zu anderen Menschen inzwischen durch den Konsum von Produkten stärken. Ob Weihnachten, Valentinstag, Geburtstag, Ostern oder auch eine Beerdigung – alle Rituale des Jahres werden zu festlichen Konsumanlässen gemacht. Gekaufte Dinge an jemanden als Ausdruck unserer Emotion zu verschenken wird auf diese Weise also kultiviert und ritualisiert.

Gefühle werden in diesem Zusammenhang also als etwas betrachtet, was uns dazu verleitet zu kaufen ohne eine genaue Kosten-Nutzen-Rechnung aufzustellen.

Gefühle werden Teil der Ware selbst

Der entscheidende Punkt dieser Überlegungen ist jedoch nicht, dass unsere Gefühle manipuliert werden, um uns Waren zu verkaufen. Fakt ist: Unsere Gefühle regen uns zum Kauf von Waren an und werden damit zu einem Teil der Ware selbst.

Dies möchte ich an Beispielen wie Urlauben oder der Musikindustrie näher beleuchten. Beide Industrien haben sich den letzten Jahrzehnten zu einer Massenindustrie entwickelt und beteiligen den Konsumenten an der Erfahrung. 

Verschiedene Konsumenten haben unterschiedliche Erlebnisse und werden dadurch zum Co-Produzenten des eigentlichen Produkts. In der heutigen Zeit endet die Herstellung einer Ware somit nicht am Tor des Fabrikgeländes oder im Regal des Warenhändlers sondern wird letztendlich durch die Interaktion mit dem Konsumenten abgeschlossen.

Die Geschichte der Menschheit in 5 Phasen

Die Geschichte der Menschheit in 5 Phasen

Während du diesen Text auf deinem Smartphone oder Tabletcomputer liest, fährst du vielleicht gerade mit der Bahn oder liegst entspannt auf der Couch in deinem Wohnzimmer. Fest steht, dass dein Leben nur noch sehr wenig mit der Realität unserer frühen Vorfahren zu tun hat. Deren Alltag bestand in erster Linie aus Sammeln, Jagen und Wandern. 

Es ist ein weiter Weg von den ersten Menschen, welche die Steppen auf der Suche nach Essbarem durchstreiften hin zu unserer modernen Gesellschaft. Was nun genau passiert ist, lässt sich wohl unmöglich in einem Blogbeitrag behandeln. 

Dieser Blogbeitrag beschreibt die wichtigsten Meilensteine der Menschheit und zeichnet den Weg der Menschheit von ihrem Beginn bis in die Moderne nach.

Der Siegeszug des Homo sapiens

Die ersten Vertreter der Menschheit lebten vor etwa 2,5 Millionen Jahren im Osten von Afrika. Sie entwickelten sich aus der Gattung Australopithecus, einer großen Art von Affen mit aufrechtem Gang. Arten wie der Homo rudolfensis und der Homo erectus begannen Afrika in Richtung Europa zu verlassen und breiteten sich dort aus. 

Bereits hier zeigte sich die Anpassungsfähigkeit der frühen Menschen: Das kältere Klima in Europa zwang den Homo erectus als erste Spezies überhaupt den Umgang mit Feuer zu erlernen. In der kommenden Zeit entwickelten sich in Europa dann neue Spezies wie der Neandertaler. Von Europa aus verbreitete sich der Neandertaler dann nach Asien.

Der Homo sapiens entwickelte sich vor etwa 300.000 Jahren. An ihm war auf den ersten Blick nichts, was seinen späteren Siegeszug rechtfertigen würde. Wie andere Spezies auch ging er aufrecht, benutzte Werkzeuge und hatte ein großes Hirn. Zum Vergleich: Die Neandertaler machten Jagd auf große Tiere und benutzen Feuer bevor es den Homo sapiens überhaupt gab. 

Warum also war es ausgerechnet unsere Spezies, welche alle anderen Gattungen verdrängte und zum Herrscher über den Planeten wurde? Der Homo sapiens ist seit ungefähr 12.000 Jahren die einzige Menschengattung auf unserem Planeten.

Es gibt dazu zwei unterschiedliche Theorien:

Bei der Kreuzungstheorie geht man davon aus, dass sich die verschiedenen Menschenarten nach und nach vermischten und die Unterschiede nach und nach ineinander aufgelöst wurden. Das es zu einer Vermischung gekommen ist gilt als erwiesen. Europäische Menschen haben in ihrer DNA etwa 1-4 Prozent Neandertaler-DNA.

Folgt man der Verdrängungstheorie so nahm der Homo sapiens den anderen Gattungen nach und nach den Lebensraum und damit die Nahrungsgrundlage. Es ist auch möglich, dass der Homo sapiens aggressiver als andere Arten auftrat und seine Konkurrenten nach und nach tötete.

Die Verdrängungstheorie geht also davon aus, dass unsere Spezies gegenüber den anderen Hominiden einen kleinen aber feinen Vorteil hatte. Doch worin genau bestand dieser Vorteil nun?

 

Die kognitive Revolution

Vor ungefähr 70.000 Jahren machte das Gehirn der Menschen einen gewaltigen Satz nach vorne. Dieses Phänomen wird heute als die kognitive Revolution oder kognitive Wende benannt. Betrachtet man nämlich die gesamte Entwicklung der Menschheit so ist dieses Zeitfenster wirklich nur ein sehr kurzer Augenblick. Weltgeschichtlich betrachtet wurde unsere Spezies also plötzlich intelligent.

Durch diese kognitiven Fähigkeiten standen dem Homo sapiens also Möglichkeiten offen, welche die anderen Spezies nicht oder nur teilweise hatten. Beispielsweise konnten größere und komplexere Gruppen gebildet und Werkzeuge und Techniken erweitert werden. 

Ungefähr in diese Zeit fällt auch die Bildung der ersten Handelswege. Der Handel mit Ressourcen ermöglichte dem Homo sapiens die Erschliessung von Gebieten welche eigentlich aufgrund der Nahrungsvorkommen außer Reichweite waren. Amerika, Asien und sogar Australien waren bald fest in der Hand des Homo sapiens. 

Wo auch immer unsere Vorfahren hinkamen brachten sie ihre Fähigkeiten und Werkzeuge mit. Und sie begannen schon damals Tierarten komplett auszurotten.

Die Entstehung von Kultur

Viele würden auf die Frage „Was macht uns Menschen denn eigentlich so besonders?“ antworten, dass es unsere Fähigkeit zur Sprache ist. Damit liegen sie nicht gänzlich verkehrt, denn die Entwicklung der menschlichen Sprache war einer der wichtigsten Faktoren bei der Eroberung des Planeten. 

Menschen sind soziale Tiere und brauchen größere Gruppen um zu überleben. Zur Kommunikation mit anderen Mitgliedern der Gruppe benötigen wir also Sprache als Werkzeug. Für unsere Vorfahren bot das große Vorteile. Sie konnten dem Rest ihrer Gruppe zum Beispiel erzählen, dass sie eine besonders vielversprechenden Platz für die Suche nach Nahrung gefunden hatten und wo gefährliche Tiere zu erwarten waren. 

Neben diesem offensichtlichen Vorteil ermöglicht Sprache jedoch auch abstraktere Thematiken, wie Götter, Geschichten und Konstrukte wie Gerechtigkeit zu sprechen. Yuval Noah Harari nennt diese gemeinsame Mythen. Zu diesen gehören auch Religion und Identität und sie bilden das Fundament für die menschliche Kultur. Diese verbindenden Vorstellungen und Überzeugungen erlaubten es unseren Vorfahren sich zu größeren Gesellschaften zusammen zu schliessen.

Erst durch die Sprache konnten Gruppierungen von über 150 Homo sapiens zusammen leben. Ohne Sprache wäre es nicht möglich gewesen den Zusammenhalt von größeren Gruppen zu gewährleisten und auch die Bildung von Siedlungen oder Städten hätte nicht statt gefunden.

 

Die Landwirtschaftliche Revolution

Durch die landwirtschaftliche Revolution wurde ein großes Bevölkerungswachstum ermöglicht.

Die längste Zeit der Menschheitsgeschichte lebte unsere Spezies als Nomaden. Unsere Vorfahren zogen über das Land und erbeuteten das, was ihnen die Natur zur Verfügung stellte. Sie wanderten also dorthin, wo das Nahrungsangebot groß war und es wenig Konkurrenz von anderen Gruppen gab. 

Vor ca. 12.000 Jahren änderte sich dieses Verhalten als die Menschen begannen langsam sesshaft zu werden. Anders als es der Ausdruck »Revolution« beschreibt, war diese Entwicklung kein plötzlicher Umschwung. Einige Menschen begannen allmählich damit Nutzpflanzen an einer bestimmten Stelle anzubauen und im darauf folgenden Jahr wieder zu kommen um es zu ernten. Diese Strategie war erfolgreich und die Menschen verbrachten eine zunehmend längere Zeit an einem Ort. Die Gesellschaften wurden nach und nach abhängiger von den angebauten Produkten.

Interessant ist dabei, dass die damals vorhandenen Getreidesorten nur schwer verdaulich waren und wesentlich weniger Nährstoffe als heutige Sorten enthielten. Im Vergleich mit den Nomadentum war die Landwirtschaft jedoch effizienter denn auf einem kleinen Stück Land kann ein Landwirt wesentlich mehr Nahrung anbauen als er und seine Familie alleine verzehren können. Mit einem Mal war mehr Nahrung vorhanden als die Menschen verzehren konnten. 

Schrift und Geld

Schrift und Geld war für die Organisation von größeren Gruppen enorm wichtig.

Die Landwirtschaft änderte das Leben unserer Vorfahren nachhaltig. Die Menschen hatten neben der Beschaffung von Nahrung auch Zeit sich um andere Dinge zu kümmern. In der Folge spezialisierten sich die Menschen und stellten Dinge her welche von anderen benötigt wurden. Um ihre Familien zu ernähren tauschten sie ihre Produkte dann gegen Nahrung ein. Dieses System bei dem Gegenstände eingetauscht werden ist auch als Tauschsystem bekannt.

Sehr bald schon kam dieses Tauschsystem jedoch an seine Grenzen: Wenn nun ein Schmied Getreide wollte aber keinen Bauern fand, der eines seiner Produkte im Gegenzug eintauschen wollte, dann hatte er das Nachsehen.

Mit der Erfindung der Schrift und des Geldes wurden gleich mehrere Probleme der immer komplexer werdenden Gesellschaften gelöst.

Die Sumerer in Mesopatamien waren die Ersten, die Schrift und Geld benutzten. Die Proto-Keilschrift, welche im Jahr 3300 v. Chr. aufkam, gilt deshalb als erste Schrift der Menschheit. Die Sumerer waren es auch, welche nachweislich eine eigene Währung hatten. Bei ihnen galt Gerste als Zahlungsmittel für Waren jeglicher Art. 

Geld, Reiche und Religion

Obwohl die Einführung von Schrift und Geld den Handel mit Waren enorm vereinfachten war es nötig, dass jemand über die Einhaltung von Regeln und Strukturen wachte. Hier erwiesen sich streng hierarchische Systeme mit einem alleinigen Herrscher an der Spitze als überaus erfolgreich und wurden von Gesellschaften in allen Teilen der Welt eingesetzt. 

Aus heutiger Sicht mögen die damaligen Herrschaftssysteme ungerecht und tyrannisch wirken. Den Menschen in der damaligen Zeit boten sie jedoch ungekannte Sicherheiten und Strukturen durch die Einhaltung von Gesetzen. 

Im sumerischen Codex Ur-Nammu zum Beispiel sind unter anderem Urteile bezüglich Mord, Vergewaltigung, Diebstahl, Ehebruch und Scheidung schriftlich fixiert. Die Abschriften waren an Tempeln und anderen öffentlichen Plätzen aufgestellt und jeder im Reich, ob nun ansässig oder auf der Durchreise, kannte die Regeln. 

Um Gesetze durchsetzen zu können war es für frühere Herrscher notwendig ihre Macht zu legitimieren. In vielen Fällen taten sie das (überaus erfolgreich) durch die Religion. So behauptete man als Herrscher einfach, dass man von einer göttlichen Macht auserwählt worden sei, über die Einhaltung der Gesetze zu wachen. 

Rhetorik als Mittel der Sprache und der Verständigung

5 tipps für bessere Rhetorik

5 tipps für bessere Rhetorik

Bereits vor über 2000 Jahren beschäftigten sich die alten Griechen mit der Macht der Redekunst. Der berühmte Philosoph und Naturwissenschaftler Aristoteles prägte den Begriff der Rhetorik wie kein anderer nach ihm. Seine Weisheiten haben bis heute ihre Gültigkeit behalten und lassen sich auch auf moderne Gebiete der Rhetorik anwenden.

Heute, in Zeiten des digitalen Wandels, bekommen soft skills wie Rhetorik eine immer wichtigere Bedeutung. Wer lernen will mit Redekunst zu überzeugen sollte einen Blick auf die folgenden 5 Tipps für bessere Rhetorik werfen.

Rhetorik Tipp #1:
Rhetorik lebt von Glaubwürdigkeit

Die Frage warum wir einige Menschen während einer Rede überzeugender finden als andere lässt sich mit Glaubwürdigkeit beantworten. Nach Aristoteles gibt es vor allem zwei Eigenschaften, welche unser Vertrauen in einen Redner stärken: Kompetenz und Authentizität. 

Bereits am Anfang deiner Rede solltest du die Zuhörer deshalb davon überzeugen, dass du die richtigen Fähigkeiten für den Vortrag mit bringst. Ein Experte ist bei dem Publikum höher angesehen als ein Laie, welcher sich nur kurz und nebenbei mit der Thematik beschäftigt hat. Hier kannst du zum Beispiel auf deine Ausbildung, bisherige Erfahrungen auf dem Gebiet oder Empfehlungen durch andere ExpertInnen bzw. Instanzen verweisen. 

Zu den typischen Anfängerfehlern gehört die eigene Glaubwürdigkeit oder Kompetenz nicht gut genug zu untermauern oder sogar zu schädigen. Sätze wie „Entschuldigen Sie bitte die Qualität meiner Power Point Präsentation“ oder die Bitte um Nachsicht für eine minderwertige Qualität des Vortrags sind damit ein absolutes Tabu und sollten vermieden werden.

Ein Redner muss jedoch gar nicht vollkommen sondern Aufrichtig sein. Deine Authentizität ist neben deiner Kompetenz die zweite Säule auf der deine Glaubwürdigkeit fußt. Als negatives Beispiel kann hier der Vorgesetzte genannt werden, welcher dringende und ungelöste Konflikte nicht offen anspricht. Bei den anderen Menschen führt das Verhalten dann unweigerlich zu Unruhe, da fehlende Informationen automatisch zu Gerüchten führen und die Unsicherheit verstärkt wird. Ein Chef, welcher alle Karten offen auf den Tisch legt, wird dagegen als Glaubwürdig angesehen.

authentizität

Rhetorik Tipp #2:
Finde deine Rederolle

Bereits Aristoteles unterschied zwischen drei unterschiedlichen Kategorien von RednerInnen: Mentor, Muse oder Macher. Ein guter Redner sollte sich je nach Anlass der Rede Gedanken machen, was er mit seinen Worten eigentlich bezwecken will.

In einer Beratungsrede tritt der Redner als Mentor auf, welcher den Zuhörern zustimmt, sie ermutigt und davon überzeugt, dass sie das Richtige tun. Als eines der berühmtesten Beispiele kann hier die Rede von John F. Kennedy an der Berliner Mauer gelten in welcher er die Westdeutschen zum Durchhalten in der schwierigen politischen Situation auffordert. 

Ist das Ziel der Rede eine Festrede so sollte der Redner als Muse auftreten um die Zuhörer zu inspirieren und emotional zu berühren. Martin Luther King’s Rede „I have a dream“ schaffte es durch die persönlichen Anekdoten aus seiner eigenen Familie, die Menschen zu einem Denken zu inspirieren, welches über die damals etablierten Vorstellungen von Rasse hinausging. 

Beim letzten Typus handelt es sich um die Gerichtsrede. Der Redner positioniert sich hierbei als Macher, welcher Informationen übermittelt und auch Motivation und Überzeugung ins Spiel bringt. Dabei steht neben der Vermittlung von Informationen auch im Vordergrund, wie dieses Wissen interpretiert werden soll und welche Konsequenzen sich daraus ergeben. In der in die Geschichtsbücher eingegangen Gettysburg-Ansprache zur Einweihung eines Friedhofes rief Abraham Lincoln im gleichen Atemzug auch zur Abschaffung der Sklaverei auf. 

Tipp: Vor deiner Rede solltest du dich auf die Ausarbeitung von maximal drei Absichten festlegen. Hierbei kannst du zwar Absichten aus den drei Typen mischen. Ein Redner welcher mehr als drei verschiedene kommunikatorische Ziele festlegt ist dem Risiko ausgesetzt am Ende dann keines seiner Ziele zu erreichen.

Rhetorik als Mittel der Sprache und der Verständigung

Rhetorik Tipp #3:
Verleihe deiner Rede einen Sinn

Der Erfolg einer Rede ist unmittelbar mit dem Wert für das Publikum verknüpft. Deshalb solltest du dir im Vorfeld ganz genau überlegen was das Publikum aus deiner Präsentation mitnehmen soll. Berücksichtige dabei auch, aus welchen Personen das Publikum besteht und was es von dir erwartet. Für eine Rede, die du auf Anweisung eines Vorgesetzten in einem Seminar hältst sollten Motivation und Überzeugung eine zentrale Rolle spielen. Wenn das Publikum für deinen Vortrag bereits Eintrittsgeld bezahlt hat muss es wahrscheinlich nicht mehr motiviert werden.

Fasse die Absichten und Kernaussagen deines Vortrags kurz zusammen. Hierbei gilt: Je eindeutiger und deutlicher du deine Kernpunkte zusammenfassen kannst desto leichter wird es für dein Publikum sein diese nachzuvollziehen und deiner Argumentation zu folgen. Achtung: Achte darauf, dass die Ziele deiner Rede realistischer Natur sind denn nichts ist frustrierender als zu hoch gesteckte Ziele.

Anfang und Ende der Rede sollten zuerst geplant werden. Von hier aus kannst du die beiden Punkte wie mit einem roten Faden verknüpfen. Der Anfang und das Ende einer Rede sind auch jene Momente, welche dem Publikum am besten in Erinnerung bleiben. Deshalb zahlt sich besondere Sorgfalt hier aus.

Beachte auch, ob dein Vortrag angekündigt wird. Falls ja solltest du dich mit dem Moderator abstimmen und die Einleitung zu deinem Auftritt am besten selbst schreiben. Häufig sind Veranstalter in Zeitnot.

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Rhetorik Tipp #4:
Verbinde Logik und Emotion

Wie in Punkt 1 festgestellt ist Glaubwürdigkeit das tragende Fundament deiner Rede. Sie sichert dir die Aufmerksamkeit deines Publikums. Um Menschen von etwas zu überzeugen braucht es jedoch auch gute und stichhaltige Argumente.

Zuerst einmal solltest du deine Kernaussagen mit sachlichen Argumenten festigen. Je klarer und nachvollziehbarer deine Schlussfolgerungen sind desto fester ist die Basis für die zusätzlichen rhetorischen Mittel. Aristoteles schlägt vor mit logischen Schlüssen zu arbeiten die wie folgt aufgebaut sind: 1.) Alle Tiere sind sterblich. 2.) Alle Füchse sind Tiere. 3.) Alle Füchse sind sterblich. 

Um deine Argumentation zu untermauern solltest du möglichst auf Zitate von Experten, Statistiken, Referenzen und andere wasserdichte Quellen zurückgreifen. 

In zweiten Schritt kannst du deine Argumentation mit positiven oder negativen  Emotionen aufladen. Hierbei sind zwei Gefühlsregungen zu nennen, welche sich besonders gut zur Verstärkung von Argumenten eignen.

Bei der Aversion (Abwendung) können beispielsweise durch eine Anekdote oder Fakten zuerst negative Gefühle beim Publikum ausgelöst werden, welche dann durch eine realistische Lösung aufgeweicht werden. Der Chef einer Fluglinie kann so zuerst auf die sinkenden Fluggastzahlen hinweisen um dann die Werbestrategie des Unternehmens anzusprechen.

Auf der anderen Seite lässt sich auch der Hinweis auf positive Effekte gut als Fundament für überzeugende Gefühlsargumente benutzen. Ein Redner kann so zuerst an die Appetenz des Publikums appellieren um deine Beschreibung zu beginnen.

Tipp: Die größte Wirkung entfaltet eine eine Rede, welche mit der Aversion begonnen wird und bewusst die Appetenz hineingeleitet wird.

Rhetorik Tipp #5:
Nutze lebendige Sprache

Ein einfaches aber sehr effektives Stilmittel ist die Alliteration. Hierbei verwendest du Wörter die mit dem selben Buchstaben anfangen. Bei deinem Publikum werden solche Konstrukte leichter im Kopf bleiben und unbewusst positive Emotionen auslösen.

Beim Kyklos hingegen beendest du Sätze so, wie du sie begonnen hast. Wie es der Name schon andeutet, hat der Zuhörer dabei das Gefühl, dass sich ein rhetorischer Kreis für ihn schließt und er kann dem erzählten Inhalt leichter folgen.

Als Faustregel für eine lebendige Sprache gilt: Je mehr Sinnesorgane du mit deiner Rhetorik ansprichst, desto emotionaler, bunter und näher wird dein Vortrag wahrgenommen. Unser Gehirn ist so gestrickt, dass bereits das akustische Signal ausreichend ist um die damit verbundenen Areale im Gehirn zu aktivieren. Inzwischen sind die meisten Redner bereits dazu übergegangen die visuellen Sinne durch Power Point Präsentationen oder Filmclips und Handouts anzusprechen. Ein guter Rhetoriker lässt es dabei jedoch nicht bewenden und versucht durch die Anwendung von lebendiger Sprache möglichst viele Reize zu setzen. 

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Die ‚East Side Gallery‘ in Mumbai

Die ‚East Side Gallery‘ in Mumbai

Benannt nach dem Vorbild in Berlin zeigt die ‚East Side Gallery‘ von Mumbai eine andere Seite der Megacity. Wer einen Blick auf die steinernen Leinwände wirft, der erkennt Träume und Visionen einer alternativen Künstlerszene.

Vor dem modernen Menschen: Der Homo erectus

Vor dem modernen Menschen: Der Homo erectus

Betrachtet man den Stammbaum des Menschen dann stellt der Homo erectus die letzte Entwicklungsstufe vor dem modernen Menschen (Homo sapiens) dar zu welchem auch der Neandertaler gerechnet wird. Er besaß die entscheidende Eigenschaft sich an nahezu jedes Klima und Gelände anzupassen und dort auch zu überleben. Mit dieser Strategie überdauerte die Gattung insgesamt fast 2 Millionen Jahre. Diese Anpassungsfähigkeit ist einer der wichtigsten Gründe, warum wir (Homo sapiens sapiens) heute den gesamten Erdball bevölkern. Das genaue Geburtsdatum des ersten Homo sapiens wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Es kann jedoch als gesichert gelten, dass die Vorgängerspezies, der Homo erectus, bereits über eine Millionen Jahre existierte als der erste Homo sapiens geboren wurde.

Die Entdeckung von Homo erectus geht auf den aus den Niederlanden stammende Militärarzt Eugene Dubois zurück, welcher 1891 an einem Uferstreifen des Soloflusses im Osten von Java ein Fossil entdeckte und das zunächst als Anthropopitecus erectus eingeordnet wurde. Es war der bis dato erste Fund eines Hominiden ausserhalb von Europa. Rund fünfzig Jahre danach wurde in der Nähe von Peking ein Skelett entdeckt, welches man später der selben Gattung zuordnen konnte.

Die frühesten Funde Europas liegen bei Heidelberg

Die derzeit ältesten Funde vom Homo Erectus in Europa werden auf einen Zeitraum von etwa 650 000 Jahren datiert und fanden sich bei Mauer in Heidelberg. Der im Jahre 1907 vom Sandgräber Daniel Hartmann gefundene Unterkiefer ist gleichzeitig der älteste Fund eines Menschen auf dem europäischen Kontinent. Zu jener Zeit waren die ältesten Menschenfunde auf der Insel Java in Indonesien gefunden worden und man rechnete den Unterkiefer noch zu einer eigenständigen Menschenart, dem Homo heidelbergensis. Inzwischen ist aber belegt, dass es sich dabei um einen recht frühen Vertreter des Homo erectus handelt. Zu jener Zeit wurde von der Wissenschaft noch versucht einen Unterschied zu den Hominidenfunden im asiatischen Raum herzustellen. Inzwischen deuten verschiedene Theorien jedoch darauf hin, dass sich die Gattung von Afrika aus nach Ost- und Südostasien hin verbreitete.

Wandel in der Werkzeugtechnik

Homo Erectus bedeutet aus dem lateinischen übersetzt »Aufrechter Mensch«. Er hatte ein ungefähres Hirnvolumen von etwa 800 bis 1250 Kubikzentimetern und vereinte viele Merkmale in sich, die wir heute beim modernen Menschen finden können. Sein Hirnvolumen war um einiges größer als das des Homo Habilis und er besaß eine durchschnittliche Körpergröße von etwa 1,50 Metern. Einigen Forschern zufolge entwickelte Homo Erectus die ersten Kleidungsstücke mit dem Ziel sich vor Stichen von Insekten zu schützen. Auch wird ihm nachgesagt entscheidende Innovationen beim Herstellen von Werkzeugen in Gang gebracht zu haben indem er den Faustkeil entwickelte und um etwa 500 000 v. Chr. den Umgang mit dem Feuer erlernte.

Als erste Menschenspezies überhaupt soll Erectus auch einen Sinn für Schönheit und Ästhetik entwickelt haben. Damit einher geht auch das Abstrakte und das Symbolische und einige Wissenschaftler sehen darin auch ein erstes Streben nach Religiosität in Betracht.

Homo Erectus

Bild 1: Die Schädeldecke ist bei Homo erectus sehr flach und niedrig. Der Kopf ist dagegen länglich ausgelegt.

Der Mensch ist eine sehr variable Art, welche jedoch keinerlei Variablen (im Sinne von einzelnen Unterarten) ausgebildet hat und sich, abgesehen von einigen wenigen Ausnahmen wie den Ratten oder Hunden, weiter über die Erde verbreitet als jede andere Spezies. Und gerade weil der Mensch so viele unterschiedliche Lebensräume bewohnt, hat er sich auf unterschiedliche Weise an diese Habitate angepasst. Unterschiede bestehen in der Hautfarbe aufgrund der unterschiedlich starken Sonnenstrahlung sowie Unterschiede in der Länge der Gliedmaßen, je nachdem ob wir in der Hitze oder in der Kälte leben. Dadurch wird die Entfernung selbst zu einem Isolationsfaktor: Populationen, die weit voneinander entfernt leben teilen weniger Gemeinsamkeiten als jene Populationen, die in geographischer Nähe zueinander existieren.

Bild 1: David H. Koch Hall of Human Origins at the Smithsonian Natural History Museum (von Ryan Somma)

Kris- und Barong Tanz auf Bali in Indonesien
Der traditionelle Kris und Barong-Tanz auf Bali

Tanzdramen sind beliebte Touristenmagneten. Aber was genau wird dort dargestellt? Was erwartet den Zuschauer einer solchen ‚Show‘? Ist solch ein Tanz wirklich ein authentisches Bühnenspiel oder lediglich etwas, was den Besuchern ‚vorgespielt‘ werden soll?

Die ,Künstlerstadt‘ Ubud

Die ,Künstlerstadt‘ Ubud
Wein - Trunk der Götter

Wein – Der Trunk der Götter

Wein – Der Trunk der Götter

Wein als europäisches Kulturgut

‚Das Blut der Erde‘, wie es Udo Jürgens in seinem Lied Griechischer Wein besingt, wird vom Menschen seit vielen Jahrhunderten vor unserer Zeitrechnung angebaut und ist bei den verschiedensten Kulten ein wichtiger Bestandteil der Zeremonien und Rituale gewesen. Es gibt wohl nicht eine einzige Pflanze, welche in einem noch engeren Zusammenhang mit der westlichen Kultur steht, als der Weinstock und sein alkoholisches Produkt. Das Christentum beispielsweise betrachtet noch heute den Wein als das Blut Jesus Christus‘ und reicht ihn bei jedem Abendmahl den Gläubigen. Bei den alten Griechen war Dionysos der Gott des Weines und die Anhänger seines Kultes feierten ausgelassene Orgien unter dem Einfluss des Rebensaftes. Ebenso wie bei Jesus liegt auch hier die Einsicht zu Grunde, dass der Konsument von Wein zu anderen Einsichten gelangen wird, als der Nüchterne. Wein ist ein Trunk der Götter und auch die Weinrebe selbst galt als geheiligt. Über die Frage jedoch, welche Kultur die Erfindung des Weinanbaus und die Zähmung für sich selbst beanspruchen kann lässt sich keinerlei Auskunft geben. Dabei ist die  Weinsorte Vitis Venifera die einzige Weinpflanze, welche sich vom Menschen zähmen und für die Kelterung gebrauchen lässt.

Jahrhundertelang konnte sich der Weinbau von seinem Ursprungsgebiet ungehindert ausbreiten bis im 19ten Jahrhundert  eine durch aus Amerika eingeschleppte Krankheitserreger (Reblaus) eine große Krise erfolgte, welche lediglich durch den Einsatz von chemischen Schädlingsbekämpfungsmitteln eingedämmt werden konnte. Seit dieser Zeit befindet sich die Wissenschaft in einem ständigen Kampf mit den Schädlingen, welche den Fortbestand der Pflanze gefährden. Doch dieser Einsatz führt auch dazu, dass die Wurzeln der Pflanze das Gift in sich aufnehmen und in den Trauben lagern. Der Mensch nimmst also die Giftstoffe wieder selbst über den Genuß des Weines auf. Das deutsche Weininstitut ist eine von mehreren Institutionen, welche in Deutschland zur Förderung und Sicherung der Weinqualität gegründet wurden.

Interessant ist die Frage inwieweit sich der Wein über die Grenzen der westlichen Welt ausgebreitet hat und heute Bestandteil von anderen Religionen geworden ist und wie er diese vielleicht verändert hat. Alkoholhaltige Getränke sind in den meisten Kulturen der Welt bekannt, jedoch haben alle ihre eigene Wirkungsweise.

Literatur:

Kircher, Karl (1970/1910): Die sakrale Bedeutung des Weines im Altertum. Berlin: Walter de Gruyter & Co.04

Was sind wir? Wer ist der Mensch? – Woher wir kommen

Was sind wir? Wer ist der Mensch? – Woher wir kommen

Vor etwa sieben Millionen Jahren erhoben sich einige affenähnliche Kreaturen auf ihre schwächlichen zwei Hinterbeine. Die Überlebenschancen standen in dieser unwirtlichen Umgebung, welche von gefährlichen Tieren und anderweitigen Bedrohungen nur so wimmelte, wirklich schlecht für die frühesten Vorfahren des Menschen. Irgendwie jedoch setzten sie sich gegen alle anderen Lebewesen und ihresgleichen durch, sie erfanden Waffen (und damit den Krieg) und Werkzeuge mit denen es ihnen gelang in einer doch relativ kurzen Zeitspanne die ganze Welt zu erobern. Wie es nun allerdings zu dieser enormen Entwicklung gekommen ist, kann zu Recht als eines der größten Mysterien in der Geschichte des Menschen gesehen werden.

Auch noch nach Jahrzehnten der intensiven Forschung gestaltet sich die Suche nach dem Ursprung mehr als schwierig. Zwar wurden schon verschiedene Skelette entdeckt und untersucht. Jedoch ist der Ursprung des Menschen anhand dieser wenigen Skelette unmöglich zu erklären. In etwa so, als wenn man nur ein paar einzelne Puzzlestücke hätte und anhand dessen das vollständige Motiv des Puzzles erklären sollte.

Ungefähr zehntausend Jahre vor unserer Zeitrechnung begannen die Menschen damit ihre nomadische Lebensweise zu ändern . Aus den Jägern und Sammlern wurde sesshafte Bauern, die das Land bestellten und mit der Domestizierung von Nutztieren ihre Nahrungsmittel produzierten. Der gängigen Theorie zufolge ermöglichte genau dieser deutliche Umbruch von der nomadischen Lebensweise zur Sesshaftigkeit die Etablierung einer Religion (oder machte sie obligatorisch?), welche dann zur Errichtung von Tempeln führte. Um die heiligen Orte herum wurden Städte gebaut und diese waren die Wegbereiter für Zivilisationen.

Cyberanthropologie

Cyberanthropologie

Die Cyberethnologie ist eine jüngere Subdisziplin der Allgemeinen Anthropologie und hat die Erforschung sowie die wissenschaftliche Beschreibung (Ethnografie) der Lebenswelten und Verhaltensweisen von modernen Internetkulturen, virtuellen Netzwerken und Communities zur Aufgabe.

Zeitliche Einteilung
Mit der Entwicklung des Internets zum Web 2.0 entstehen zu Beginn des 21ten Jahrhunderts zahlreiche Communitys, welche die unterschiedlichsten Zielsetzungen haben. Foren mit jeglichem Thema wachsen durch den Anstieg der Menschen, welche einen regelmäßigen Zugriff auf einen Computer besitzen zu einer wahren Konstante im World Wide Web heran. Mitglieder suchen nach Rat und geben ihr eigenes Wissen an Ihnen zunächst doch Fremde weiter. Alleine das spezifische Thema im Board eint die Mitglieder untereinander.

Dazu können auf der einen Seite Foren und Plattformen wie Youtube und Facebook gehören. Andererseits bietet das World Wide Web aber auch die Möglichkeit zum Einstieg in komplett andere, rein virtuelle Welten. Eine virtuelle Welt ist zum Beispiel World of Warcraft (WoW) oder Second Life. Diese Welten können mitunter auch einen Platz für die sakrale Ausübung von Religion und Glaube bieten. So ist bekannt, dass die Bewohner von virtuellen Welten untereinander eigene Rituale erfinden und praktizieren, welche sich von der realen Welt manchmal unterscheiden oder aus ihr übernommen worden sind. Interessant ist dieses auch, da sich die Spieler meistens aus verschiedenen Kulturen zusammensetzen und somit eine Vermischung von Praktiken stattfindet.

Literatur:

Figl, Johann (2003): Handbuch Religionswissenschaft: Religionen und ihre zentralen Themen. Innsbruck: Tyrolia/Vandenhoeck & Ruprecht. S. 265.

Gajjala, Radhika (2004): Cyber selves: feminist ethnographies of South Asian women. Oxford: AltaMira press.